BASF Startup Inkubator feiert zweijähriges Bestehen und faCellitate Produkteinführung

Author Lisa Schneider

Published by Chemovator

Date 28.05.2020

  • Venture Team faCellitate ermöglicht neue Wege in der Life Science Forschung mit erster Produktlinie BIOFLOATTM
  • Interaktive Oberflächenbeschichtungen für fortgeschrittene Zelltechnologien
  • Chemovator unterstützt mittlerweile 11 Venture Teams mit innovativen Geschäftsideen

Mannheim, 28. Mai 2020 – Genau zwei Jahre nach der Gründung der Chemovator GmbH bringt das erste Lifescience Venture Team „faCellitate“ eine Produktlinie auf den Markt. BIOFLOAT™ sind Oberflächenbeschichtungen für Labormaterialien in der Zellforschung. Der Vorteil: Die Zellen können unter Bedingungen heranwachsen, die denen Ihrer natürlichen Umgebung ähneln. Die Laborergebnisse sind dadurch zuverlässiger und reproduzierbarer als bisher. „Auf lange Sicht ermöglicht dies die Vorhersehbarkeit und Effizienz präklinischer Zellkulturmodelle zu erhöhen, Tierstudien zu reduzieren und letztlich die hohen Kosten für Forschung, Arzneimittelentwicklung und toxikologische Untersuchungen zu senken.“ erklärt Dr. Véronique Schwartz, Teamleiterin von faCellitate und Spezialistin für Polymerchemie. Die neuen Beschichtungen wurde für den Einsatz in verschiedenen Bereichen der biomedizinischen Forschung wie Toxikologie, Stammzell-, Krebs- und Arzneimittelforschung entwickelt.

Nachstellung der natürlichen Zellumgebung

„Säugetierzellen wie Krebs-, Stamm- oder Primärzellen dienen als grundlegende Forschungsmodelle, wenn es darum geht, biologische Prozesse, Krankheitsmuster und Wechselwirkungen mit Medikamenten zu untersuchen. Allerdings werden diese Zellen bisher unter Bedingungen kultiviert, die nicht ihrer natürlichen Umgebung entsprechen“, so Schwartz. Durch die damit verbundene eingeschränkte Verlässlichkeit von Zellkulturmodellen wird das Potenzial der biomedizinischen Forschung begrenzt.

„Unsere Mission ist es, durch die neuartige Beschichtung eine Umgebung für das Zellwachstum zu schaffen, die den Bedingungen im menschlichen Körper ähnelt.“, erläutert Schwartz. Dies wird mit Hilfe einer synthetischen Polymerbeschichtung erreicht, auf der die Zellkulturbedingungen eingestellt werden.

faCellitate-Oberflächenbeschichtungen werden einfach auf Verbrauchsmaterialien wie Mikrotiterplatten, Laborbehälter oder Zellkulturflaschen aufgetragen. Die BIOFLOAT™-Technologie schafft eine hochdefinierte und zellabweisende Oberfläche, die sich an die Form der Verbrauchsmaterialien anpasst. Durch inerte Polymere können Zelllinien in einem dreidimensionalen Raum wachsen und sich zu gleichmäßigen multizelluären Sphäroiden ausformen. Bei traditionellen zwei-dimensionalen Zellkulturmethoden können sich Zellen nur auf der flachen Oberfläche von Labormaterialien ausbreiten.

Vom Labor zur Marktreife

Die Entwicklung der neuen Beschichtung begann im Forschungsbereich Advanced Materials & Systems der BASF. Mit der verheißungsvollen Idee bewarben sich die Forscher erfolgreich beim neugegründeten „Chemovator“ und zogen als erstes Venture Team mit dem Namen „faCellitate“ in die Mannheimer Räumlichkeiten ein. Seit 2018 wird das Forscherteam im Chemovator bei der Entwicklung eines passenden Geschäftsmodells unterstützt.

„Im geschützten Umfeld des Chemovators hatten wir die Möglichkeit, unsere Geschäftsidee zu testen und mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten. Außerdem war es möglich, nicht nur mit BASF-Experten, beispielsweise aus der Toxikologie und der Materialforschung zusammenzuarbeiten, sondern auch mit unseren externen Kollaborationspartnern, Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Polymerforschung am Max Bergmann Zentrum für Biomaterialien oder erfahrenen externen Unternehmern aus dem Chemovator Netzwerk, um unsere Technologie beschleunigt bis zur Marktreife weiterzuentwickeln.“, sagt Dr. Tobias Mentzel, Venture Team Mitglied und Experte im Bereich Biotechnologie und Arzneimittelentwicklung.

Chemovator unterstützt rasche Entwicklung am Markt

Und die Entwicklung geht weiter: faCellitate ist bereits damit beschäftigt, die nächste Produktlinie zu entwickeln. „Es begeistert mich, wie schnell es ein Forschungsthema vom Labor zur Marktreife schafft. Wir haben im Chemovator gemeinsam mit unserem ersten Venture faCellitate viel lernen und weiterentwickeln können. faCellitate steht nun kurz vor Ende des auf bis zu zwei Jahren ausgelegten Programms und wird somit bald regulär aus dem Inkubator ausziehen. Der freigewordene Platz schafft dann wieder Kapazität für eine neue innovative Idee.“, betont Dr. Markus Bold, Geschäftsführer der Chemovator GmbH.

Chemovator hat seit der Gründung vor zwei Jahre ein Portfolio von 11 Venture Teams aufgebaut. Diese werden mit der Unterstützung durch Chemovator zu investierbaren und skalierbaren Geschäftsmöglichkeiten entwickelt.

Über Chemovator GmbH

Chemovator ist der Geschäftsinkubator der BASF – zugänglich für alle BASF – Mitarbeiter mit einer Idee aus dem Chemiebereich. Komplementär zur bestehenden Innovationslandschaft der BASF werden im geschützten Raum des Chemovators neuartige Geschäftsideen, Produkte oder innovative Dienstleistungen getestet und zu skalierbaren und investierbaren Geschäftsmodellen entwickelt.Sitz der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der BASF New Business GmbH ist seit der Gründung im Jahr 2018 Mannheim. Dort bietet der Chemovator ein unkonventionelles Startup-Umfeld mit kreativem Freiraum. Externe Unternehmer mit Gründer-Expertise stehen den Venture Teams ab der frühen Validierungsphase bis zur erfolgreichen Kommerzialisierung als Coach, Mentor und Netzwerker zur Seite.

Weitere Informationen unter www.chemovator.com.

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